REGIONAL. SCHNELL. UNABHÄNGIG.
DEIN NACHRICHTENÜBERBLICKBAMBERG24 · REGIONAL & UNABHÄNGIG

Fall Fabian: 32. Verhandlungstag könnte wichtige Weichen für das Prozessende stellen - Live-Ticker

Beitragsbild der Redaktion · Bildnachweise
Eigenes Beitragsbild
2 Min. LesezeitAktualisiert: 08.10.2026 · 08:11 Uhr
▯ Merken
Anmelden und Artikel merken →
Vorlesen & Lesewerkzeuge
Schriftgröße
Weißt du mehr zu diesem Thema?

Hilf unserer Redaktion mit einem Hinweis oder eigenen Fotos. Einsendungen werden vor einer Veröffentlichung geprüft.

Hinweis zu diesem Artikel einreichen →

Am 32. Verhandlungstag im Fall Fabian steht vor dem Landgericht Rostock die Frage der Schuldfähigkeit von Gina H. im Mittelpunkt. Ein psychiatrisch-forensischer Sachverständiger soll sein Gutachten vorstellen. Je nach Verlauf könnte sich der Prozess damit weiter der Schlussphase nähern.

Rostock/Güstrow. Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow könnte der heutige 32. Verhandlungstag besonders wichtig werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und in welchem Umfang die Angeklagte Gina H. schuldfähig ist.

Dazu soll der psychiatrisch-forensische Sachverständige Peter Keiper sein Gutachten vorstellen. Er begleitet das Verfahren bereits seit dem Prozessauftakt am 28. April 2026 und hat die bisherigen Verhandlungstage beobachtet.

Gutachten zur Schuldfähigkeit im Mittelpunkt

Gina H. hatte im Prozess selbst angegeben, seit Jahren wegen psychischer Probleme eine Erwerbsminderungsrente zu beziehen. Welche Bedeutung ihre psychische Verfassung für die strafrechtliche Bewertung haben könnte, soll nun das Gutachten des Sachverständigen klären.

Die Einschätzung könnte damit zu einem der entscheidenden Punkte in der Schlussphase des Verfahrens werden.

Anklage wirft Gina H. Mord an Fabian vor

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll Gina H. den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl, rund 15 Kilometer von Güstrow entfernt, erstochen haben. Anschließend soll die Leiche des Kindes in Brand gesetzt worden sein.

Als mögliches Motiv sieht die Anklage die Beziehung der Angeklagten zu Fabians Vater.

Gina H. hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe dagegen mehrfach deutlich zurückgewiesen.

Für die Angeklagte gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Prozess könnte sich der Schlussphase nähern

Sollte das psychiatrische Gutachten heute vollständig in die Beweisaufnahme eingeführt werden und keine größeren neuen Beweisanträge mehr folgen, könnte sich das Verfahren dem Ende nähern.

Nach dem derzeitigen Fahrplan sind für den 29. und 30. Oktober die Schlussvorträge der Prozessbeteiligten vorgesehen. Ein mögliches Urteil könnte anschließend am 10. November 2026 verkündet werden.

Ob dieser Zeitplan tatsächlich eingehalten werden kann, hängt allerdings vom weiteren Verlauf der Beweisaufnahme ab.

Bamberg24.tv begleitet den 32. Verhandlungstag im LiveTicker

Wir verfolgen auch den heutigen Prozesstag und fassen die wichtigsten Entwicklungen fortlaufend zusammen.

Der LiveTicker zum Fall Fabian ist direkt in diesen Bericht integriert. Neue Aussagen, Einschätzungen des Sachverständigen und Entscheidungen des Gerichts werden im Laufe des Tages ergänzt.

BEENDET

Bamberg24 Live-Ticker

Die Berichterstattung ist abgeschlossen. Alle Meldungen zum Nachlesen.

Zuletzt aktualisiert: 12:40 Uhr

JavaScript aktivieren, um neue Meldungen automatisch zu prüfen.

Schreib was für unseren Ticker Unser Fazit zum heutigen Prozesstag ist online

Der 32. Verhandlungstag im Fall Fabian ist beendet – und der heutige Vormittag hatte es inhaltlich in sich.

Im Mittelpunkt stand über Stunden das psychiatrisch-forensische Gutachten zu Gina H. Der Sachverständige äußerte sich ausführlich zu ihrer Persönlichkeit, möglichen Verhaltensmustern und vor allem zur entscheidenden Frage der Schuldfähigkeit.

Seine Einschätzung fällt in diesem Punkt deutlich aus: Eine erhebliche Einschränkung der Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit sieht er nicht.

Wir haben den heutigen Prozesstag deshalb noch einmal ausführlich aufgearbeitet und die wichtigsten Aussagen, Bewertungen und Entwicklungen in einem separaten Bericht zusammengefasst.

👉 Unser ausführliches Fazit zum 32. Verhandlungstag ist jetzt auf Bamberg24.tv online.

Nach heute geht der Prozess zunächst in eine dreiwöchige Pause. Am 29. Oktober soll es mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Nebenklage weitergehen.

Natürlich bleiben wir auch bis dahin an dem Verfahren dran.

PASSENDER BERICHTFall Fabian: Psychiatrisches Gutachten prägt 32. Verhandlungstag – Prozess geht in die SchlussphaseBericht lesen →
Schreib was für unseren Ticker Unser Fazit zum heutigen Prozesstag ist online
Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Verhandlung beendet – jetzt drei Wochen Pause im Fall Fabian

Der 32. Verhandlungstag im Fall Fabian ist beendet.

Nachdem keine weiteren Fragen mehr an den psychiatrisch-forensischen Sachverständigen gestellt wurden, ist dieser aus dem Zeugenstand entlassen worden. Um 12:08 Uhr schloss Richter Holger Schütt die heutige Sitzung.

Damit geht der Prozess nun zunächst in eine dreiwöchige Pause.

Weiter geht es am 29. Oktober 2026. Dann sollen die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage gehalten werden. Damit beginnt endgültig die Schlussphase des Verfahrens.

Für heute heißt es also: Schluss im Gerichtssaal – und erstmal Ruhe bis Ende Oktober.

Wir begleiten natürlich auch den nächsten Verhandlungstag wieder für euch.

Verhandlung beendet – jetzt drei Wochen Pause im Fall Fabian
Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Löcker fragt direkt nach möglichem Manipulationsverhalten

Verteidiger Thomas Löcker will die Einschätzung des Sachverständigen an einem Punkt noch einmal zuspitzen. Er fragt, ob es bei Gina H. besonders auffällig sei, dass sie sich manipulativ verhalte.

Die Antwort fällt knapp aus: „Schon auffällig.“

Damit bestätigt der Gutachter seine bisherige Einschätzung, wonach er bei Gina H. wiederholt deutlich manipulative Verhaltensweisen wahrgenommen habe.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Wortgefecht zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft

Die Befragung wird zunehmend gereizter. Thomas Löcker arbeitet sich Punkt für Punkt durch die Psychopathie-Checkliste und formuliert seine Fragen sehr ausführlich. Der Sachverständige muss dabei mehrere Punkte erneut erklären, die bereits zuvor Thema waren.

Irgendwann schaltet sich Staatsanwalt Oliver Schley ein und richtet sich direkt an Löcker: „Ich würde Sie bitten, Ihre Wertungen, die Sie haben als Verteidiger, bei der nächsten Frage herauszulassen.“

Löcker reagiert knapp: „Vielen Dank für den unnötigen Hinweis.“

Schley lässt das nicht stehen und entgegnet: „Ne, ist ja notwendig.“

Für einen Moment wird der Ton damit deutlich schärfer.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Löcker hinterfragt das Merkmal des notorischen Lügens

Verteidiger Thomas Löcker nimmt sich nun einen Punkt aus dem Gutachten genauer vor: das von Dr. Peter Keiper angesprochene „notorische Lügen“.

Löcker gibt zu bedenken, dass man zwischen pathologischem und strategischem Lügen unterscheiden müsse. Schließlich könne nicht jeder Mensch, der eine Tat bestreite, allein deshalb als Psychopath eingeordnet werden.

Keiper verweist daraufhin auf mehrere unterschiedliche Erklärungen von Gina H. zu ihrem Aufenthalt in Güstrow am Tattag und zum Ablauf des Vormittags.

Seine zugespitzte Frage dazu: „Jetzt können wir uns philosophisch darüber streiten: Ist das Lügen oder ist das Taktieren?“

Damit geht es nun weniger um einzelne Unwahrheiten, sondern um die Frage, wie wiederholt wechselnde Erklärungen fachlich einzuordnen sind.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Gutachter trennt Persönlichkeitsstörung klar von möglichen psychopathischen Merkmalen

Im Gutachten zieht der Sachverständige jetzt eine deutliche Grenze zwischen einer psychischen Erkrankung und den von ihm beschriebenen psychopathischen Anteilen.

Zur möglichen Tat sagt er: „Die mögliche Tat ist nicht Symptom einer Störung.“ Nach seiner Einschätzung wäre ein entsprechendes Verhalten deshalb nicht allein mit einer Persönlichkeitsstörung zu erklären.

Keiper formuliert weiter: „Borderlinepatienten zu therapieren, ist generell schwer. Psychopathen zu therapieren, ist fast unmöglich.“

Wichtig ist ihm dabei eine klare Einordnung der Begriffe. Mit Blick auf die von ihm angenommenen psychopathischen Merkmale betont er noch einmal: „Das ist keine Krankheit, das will ich noch mal sagen, das sind kriminologische Merkmale.“

Damit macht der Gutachter deutlich, dass er die von ihm beschriebenen Eigenschaften nicht als eigenständige Erkrankung, sondern als Merkmale für die kriminalpsychiatrische Bewertung versteht.

Gutachter trennt Persönlichkeitsstörung klar von möglichen psychopathischen Merkmalen
Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Verteidigung hakt nach – Gutachter spricht von hoher krimineller Energie

Verteidiger Thomas Löcker geht die vom Sachverständigen entwickelten Tat-Hypothesen nun Punkt für Punkt durch und stellt zahlreiche Detailfragen.

Dabei macht Dr. Peter Keiper deutlich, wie er den von der Staatsanwaltschaft angenommenen Tatablauf einordnet – ausdrücklich unter der Voraussetzung, dass sich die Tat tatsächlich so abgespielt hat.

„Es ist auch für mich erstaunlich, mit welcher hohen kriminellen Energie diese Tat begangen wurde“, sagt der Gutachter.

Anschließend zählt er mehrere Aspekte auf, die für ihn dabei ins Gewicht fallen: „Mit Vorbereitung, mit Planung, mit Durchführung, mit hoher Gewalt, mit Benutzung eines Messers, spazieren gehen, zurückkommen, Verdeckungshandlungen …“

Keiper beschreibt damit nicht eine festgestellte Täterschaft, sondern bewertet den von der Anklage angenommenen Ablauf aus psychiatrisch-forensischer Sicht.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Sachverständiger beschreibt ungewöhnliches Beziehungsgeflecht

Im weiteren Verlauf kommt der Gutachter noch einmal auf Gina H.s Kontakte zu mehreren Männern zu sprechen.

Dabei formuliert er seine Beobachtung sehr direkt: „Ich war oder bin beeindruckt, dass sie fünf Männer um sich gescharrt hatte, die sich alle um sie kümmern. Einer fürs Herz, einer fürs Bett, einer fürs Geld, …“

Während er spricht, zählt er die Männer sichtbar an seiner Hand ab.

Mit dieser Schilderung will der Sachverständige offenbar verdeutlichen, wie unterschiedlich die Rollen einzelner Männer in Gina H.s Umfeld aus seiner Sicht verteilt gewesen seien.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Gutachter widerspricht Gina H.s Darstellung zur Manipulierbarkeit

Staatsanwalt Oliver Schley greift einen Punkt aus Gina H.s bisherigen Aussagen auf. Die Angeklagte hatte erklärt, sie lasse sich leicht beeinflussen und habe deshalb nach dem Leichenfund auf Christian D. und Olaf K. gehört, die ihr davon abgeraten haben sollen, die Polizei zu verständigen.

Schley will vom Sachverständigen wissen: „Hatten Sie den Eindruck, dass sie sich leicht manipulieren lässt?“

Die Antwort fällt kurz und eindeutig aus: „Nein.“

Damit widerspricht Dr. Keiper der Selbsteinschätzung der Angeklagten in diesem Punkt klar.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Gina H. schildert dem Gutachter ihren Aufenthalt in Güstrow

Im Gespräch mit dem Sachverständigen soll Gina H. ihre Sicht auf die Beweislage knapp zusammengefasst haben: „Soweit ich weiß, beruht das Ganze nur auf Indizien.“

Zu ihrem Aufenthalt in Güstrow am Tattag habe sie erklärt, dort Bankgeschäfte erledigen zu wollen. Erst vor Ort habe sie bemerkt, dass ihr Portemonnaie noch zu Hause lag.

Daraufhin sei sie nach ihrer Darstellung wieder zurückgefahren, um es zu holen.

Die Aussage gehört zu den Erklärungen, mit denen Gina H. ihre Wege am 10. Oktober 2025 gegenüber dem Gutachter beschrieben hat.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Zwei Versionen zur Fahrt nach Klein Upahl

Staatsanwalt Oliver Schley fragt nach, was Gina H. dem psychiatrischen Sachverständigen über den Abend des 13. Oktober 2025 erzählt hatte.

Dem Gutachter gegenüber soll Gina H. geschildert haben, sie sei gemeinsam mit Christian D. jagen gewesen und habe dabei die Leiche entdeckt.

Vor Gericht klang ihre Darstellung später anders. Dort erklärte sie, sie habe im Internet im Zusammenhang mit Fabians Verschwinden Hinweise auf Klein Upahl gesehen. Deshalb seien sie dorthin gefahren.

Auch ein weiteres Detail passt dazu nicht ohne Weiteres: Christian D. hatte nach den bisherigen Angaben keine Waffe dabei.

Damit stehen erneut unterschiedliche Schilderungen dazu im Raum, warum Gina H. und Christian D. an diesem Abend überhaupt nach Klein Upahl fuhren.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Foto mit Fabian wird Thema im Gespräch mit dem Gutachter

Bei einem weiteren Termin fragte der Sachverständige Gina H. zum Abschluss, ob sie noch etwas ansprechen wolle. Daraufhin holte sie ein Foto hervor, auf dem sie gemeinsam mit Fabian, ihrem leiblichen Sohn und ihrem Hund am Strand in Warnemünde zu sehen ist.

Seine Reaktion darauf: „Was soll das jetzt?“

Aus Sicht des Gutachters wirkte die Situation wie der Versuch, zu zeigen, dass Gina H. eine solche Familie nicht zerstören könne. Er spricht von einem letzten Versuch, die Unvorstellbarkeit zu demonstrieren, „dass sie diese heile Familie zerstört“.

Gina H. habe erklärt, das Foto sei eigentlich für ihren Verteidiger Andreas Ohm bestimmt gewesen und nur zufällig bei ihr gewesen.

Der Sachverständige hält dagegen: „Es sei ein Zufall. Sie hat es mir aber ungefragt gezeigt.“

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Wunsch nach Bestätigung spielt laut Gutachter eine große Rolle

In der weiteren Einschätzung geht es um Gina H.s Selbstbild und ihr Bedürfnis nach Anerkennung.

Der Sachverständige sagt, sie habe „das große Bedürfnis, eine begehrenswerte Frau zu sein“.

Für ihn ist das ein weiterer Baustein in der Beschreibung ihrer Persönlichkeit und ihres Verhaltens in Beziehungen.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Gutachter schildert zwei Situationen, die er als manipulativ empfand

Bei der Befragung nach seinem Vortrag beschreibt der Sachverständige zwei Momente, in denen er bei Gina H. „manipulative Tendenzen“ wahrgenommen habe.

Schon beim ersten Kontakt habe ihn ihre Kleidung irritiert. „Sie kam mit einer halbdurchsichtigen Reiterhose. Sie kam in einer Trainingsjacke mit weitem Ausschnitt zu mir“, berichtet er.

Keiper sagt, er habe die Situation direkt angesprochen: „Ich bin, glaube ich, generell eine sehr direkte Person. Ich hab sie dann gefragt, was soll das jetzt? Das ist nicht ganz passend zu der Situation.“

Gina H. habe darauf geantwortet: „Die Haftkleidung ist ihr zu weit.“

Der Gutachter führt diese Begegnung als Beispiel dafür an, warum er bei der Angeklagten bereits früh ein manipulatives Verhalten wahrgenommen haben will.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Gutachter zeigt sich von Gina H.s Verhalten ungewöhnlich beeindruckt

Für einen Moment gerät selbst der erfahrene Sachverständige ins Stocken.

Er beschreibt eine starke Egozentrik und eine aus seiner Sicht auffällige Emotionslosigkeit bei Gina H. Seine Bewertung fällt dabei ungewöhnlich persönlich aus: „Alles dreht sich um die Egozentrik von Frau H.“

Dann sucht er hörbar nach Worten: „Das ist ja das, was mich so überrascht, obwohl ich lange Berufserfahrung hab'. Diese Emotionslosigkeit … Das ist erstaunlich … Das ist selbst für mich in dem Ausmaß … erstaunlich.“

Damit macht der Gutachter deutlich, dass ihn das von ihm wahrgenommene Verhalten der Angeklagten trotz seiner langjährigen Berufserfahrung besonders beschäftigt.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Gutachter beschreibt die Beziehung als stark kontrollierend

Im Gutachten geht es jetzt um das Beziehungsverhalten von Gina H. und darum, wie stark sie Matthias R. offenbar kontrolliert haben soll.

Als Beispiel wird eine Situation genannt, in der sie ihn selbst während der Arbeitszeit gefragt habe, warum er seinen Arbeitsplatz verlasse, nur um sich etwas zu trinken zu holen.

Der Sachverständige ordnet das deutlich ein: „Das hat ja mit einer Beziehung, so wie wir das kennen, nichts zu tun.“

Kurz darauf wird seine Wortwahl noch klarer: „Das ist ja hochkontrollierend, hochmanipulativ und man muss sich fragen, wie man sowas so lange Zeit aushält.“

Richter Holger Schütt reagiert trocken: „Das müssen Sie Herrn R. fragen, glaube ich.“

Zuvor hatte der Gutachter erklärt, Borderlinepatienten seien „kaum in der Lage, eine dauerhafte und belastbare Beziehung zu führen“.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Warum Gina H. aus Sicht des Gutachters bei ihrer Unschuld bleiben würde

Peter Keiper hält es für möglich, dass Gina H. ihre Unschuld unter allen Umständen weiter betonen würde.

Seiner Einschätzung nach gelte das sogar für den hypothetischen Fall, dass sie die Tat tatsächlich begangen hätte. Sie werde „unabdingbar an ihrer Unschuld festhalten, weil die Beziehung sonst endgültig beendet wird“, so der Sachverständige.

Keiper sieht dahinter vor allem die starke Bindung an Matthias R. und die Angst, diese Beziehung endgültig zu verlieren.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Gutachter sieht Mischung aus Eifersucht, Egozentrik und Rache

Dr. Peter Keiper beschäftigt sich nun mit der Frage, welche Bedeutung Fabian für Gina H. nach der erneuten Annäherung zwischen dem Jungen und seinem Vater gehabt haben könnte.

Nach Einschätzung des Sachverständigen habe Gina H. den Eindruck gehabt, Matthias R. nun wieder „teilen zu müssen“. Fabian habe sie dabei „als störend und lästig“ empfunden, der Kontakt zu ihm habe ihre „Lebensumstände verkompliziert“.

Keiper geht außerdem auf die Zeit nach Fabians Verschwinden ein. Durch ihre wiederholten Nachfragen bei Matthias R. habe Gina H. demnach versucht, gemeinsame Suchaktionen anzustoßen und dadurch wieder mehr Kontakt zu ihm herzustellen.

„Dieser Wunsch ging nicht auf und Frau H. hat dann, wie wir wissen, das tote Kind gefunden“, sagt der Gutachter.

Seine zusammenfassende Einschätzung zu diesem möglichen Motivbild fällt deutlich aus: „Es ist ein Konglomerat aus Egozentrik, Eifersucht und Rache.“

Dabei handelt es sich um die fachliche Bewertung des Sachverständigen, nicht um eine gerichtliche Feststellung der Täterschaft.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Aussage von Gina H. wird im Gutachten aufgegriffen

Der psychiatrisch-forensische Sachverständige greift nun einen Satz auf, den Gina H. selbst geäußert haben soll.

Sie habe gesagt, „dass es manchmal besser ist, im Leben alles zu verlieren, um zu gewinnen“.

Im Rahmen des Gutachtens wird diese Aussage in die damalige persönliche Situation der Angeklagten eingeordnet. Der Satz steht dabei im Zusammenhang mit der Frage, wie Gina H. die Trennung und ihre Lebenslage zu dieser Zeit verarbeitet haben könnte.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt

Gutachter beschreibt Gina H.s damalige Situation als ausweglos

Im Gutachten geht es nun stärker um Gina H.s persönliche Lebenssituation nach der Trennung. Dabei spielt nach Einschätzung des Sachverständigen auch die Versorgung ihrer Pferde eine Rolle.

Eine Frage, die sie demnach besonders beschäftigt habe, sei gewesen, wer ihr künftig bei der Versorgung der Tiere helfen würde.

Dr. Peter Keiper ordnet ihre damalige Lage anschließend deutlich ein: „Bisher hat Frau H. immer ihren Willen durchgesetzt bekommen im Leben generell.“

Nach seiner Einschätzung sei die Trennung für Gina H. erstmals eine Situation gewesen, in der sie mit ihren bisherigen Strategien nicht mehr weiterkam. Keiper sagt: „Das erste Mal hat sie die Erfahrung gemacht, dass sie hier nicht weiter kommt, selbst Selbstmordversuche haben nicht weitergeholfen, sie war also in einer aussichtslosen Situation aus ihrer Sicht.“

Der Gutachter beschreibt damit, wie Gina H. die damalige Situation aus seiner fachlichen Sicht erlebt haben könnte.

Wie findest du dieses Update?Deine Reaktion zählt
Geschrieben von Sascha KunhartMehr über den Autor und seine Beiträge →

Deine Meinung zum Bericht

Bewertung und Rückmeldung

Im Gespräch

0 freigegebene Kommentare

Sachlich bleiben, andere respektieren. Beiträge werden vor der Veröffentlichung geprüft.

Anmelden & E-Mail bestätigen
Thema folgen oder einen Hinweis senden

Bleib an deinem Thema dran.

Weitere Entwicklungen und Nachrichten auf deinen Wegen.

✎Korrektur oder Ergänzung meldenHinweis direkt an die Redaktion senden

Bitte mit bestätigter E-Mail-Adresse anmelden, um einen Hinweis zu senden.

Anmelden →
FRISCH AUS DER REDAKTION

In Bamberg geht’s weiter.

Es gibt neue Nachrichten auf BAMBERG24.